QueerFilmNacht | Queerfilmfestival

QUEER=FILM März

Queeres Kino in Frankfurt
und dem
Tipp der Redaktion

ENZO

ENZO

Hochsommer an der Côte d’Azur, ein Haus mit Pool und Meerblick. Eigentlich soll der sechzehnjährige Enzo die Schule beenden und studieren, wie es sich gehört. Doch im stillen Protest gegen die eigene Bourgeoisie fängt er auf einer Baustelle an – sehr zum Missfallen seiner Familie, vor allem seines Vaters. Aber auch sein neuer Boss ist unzufrieden mit Enzo, weil dieser selbst mit den einfachsten handwerklichen Aufgaben Probleme bekommt. Viel wohler fühlt sich der Junge bei seinem älteren Kollegen Vlad aus der Ukraine, der Enzo gerne Fotos seiner weiblichen Eroberungen auf dem Telefon zeigt. Der Arbeiter wird das männliche Vorbild, das dem behüteten Wohlstandskind vielleicht immer gefehlt hat – doch noch ganz andere Gefühle kommen zum Vorschein und machen alles komplizierter.
Wer bin ich, wenn ich nirgendwo wirklich zu Hause bin? Die sonnengetränkten und sehnsuchtsvollen Bilder eines südeuropäischen Sommers erinnern fern an „Call Me By Your Name“, doch „Enzo“ wirft dabei einen kompromisslos ehrlichen Blick auf den Versuch eines Erwachsenwerdens – mit allem jugendlichen Unbehagen gegenüber der eigenen Identität, den eigenen Gefühlen, dem eigenen politischen Bewusstsein. Einfache Antworten geben und brauchen die Menschen in „Enzo“ nicht, dazu sind sie zu komplex, zu echt – so wie man es kennt, vom großen Laurent Cantet („Die Klasse“), der das Drehbuch schrieb, aber starb, bevor er den Film vollenden konnte. Die Regie übernahm sein langjähriger Kollaborateur und Freund Robin Campillo („120 BPM“). 2025 eröffnete der Film die Sektion Quinzaine des cinéastes in Cannes.

wann: Mittwoch, 18.03. um 20:00 Uhr

wo: Mal Seh’n Kino | Adlerflychtstraße 6 | 60318 Frankfurt am Main

(Programmvorschau unter Vorbehalt)



Tipp der Redaktion

Queer-Goth in London:
Mit Hello Kitty auf „Wraights“-Raves

Queer Goth

Spitzen, Leder, makabre Schminke, Stacheln und Kruzifixe… Als Symptom schwieriger Zeiten kehrt der Goth mit großem (Trauer-)Pomp zurück – heute allerdings in einer bunteren Garderobe, mit einer diversen Gemeinschaft und Hardcore-Techno-Partys, die den Goth-Rock ersetzen.

Die Bewegung ging ursprünglich aus dem Punk hervor und entstand in den 70er Jahren in London vor dem Hintergrund einer großen wirtschaftlichen Instabilität. Der Machtantritt der konservativen „Eisernen Lady“ Margaret Thatcher löste die Entstehung dieser provokativen und makabren Gegenkultur aus. Zunächst bezeichnete Goth eine Musikrichtung, entwickelte sich aber schnell auch in anderen künstlerischen Ausdrucksformen wie Mode, Literatur und Film.

Fünf Jahrzehnte später und angesichts des Aufstiegs von Nationalismus und Konservatismus kehrt die Goth-Begeisterung wieder zurück. Und es ist immer noch London, das Epizentrum der Bewegung, in dem ein echtes „Goth Revival“ als rebellische und hochkreative Subkultur stattfindet. Um diese neue Gothic-Generation zu porträtieren, feiert Tracks eine „Wraith-Party“ und trifft sich mit fluiden, freien und subversiven Nachtgestalten, die die Ästhetik und politische Bedeutung der Bewegung präsentieren.

arte mediathek | bis 01.2029

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Bildernachweis: QueerFilmNacht und arte
(erstellt Januar 2023 / letztes Seitenlayout: 09.08.2025 / wird monatlich aktualisiert)