Queeres Kino in Frankfurt
und dem
Tipp der Redaktion
Strange River

Sommerferien am Donauufer: Eine katalanische Familie radelt den Fluss entlang. Während seine Eltern in Erinnerungen an ihre Jugend schwelgen und seine jüngeren Brüder seine Nähe suchen, ist der sechzehnjährige Dídac lieber allein und still. Sein Herz schmerzt nach einer unerwiderten Liebe nach. Doch plötzlich sieht er an jedem Stopp der Reise denselben rätselhaften Jungen, im Wasser und an Land, in der Ferne und ganz nah. Und jedes Mal zieht es Dídac etwas mehr in den Bann des Fremden hinein. Im Stil romantischer Gemälde des 19. Jahrhunderts interpretiert Jaume Claret Muxart die Donau als erhabene Trägerin uralter Mysterien, lyrisch und traumgleich auf 16-mm gebannt. Am Ende dieses Sommers wird Dídac ein anderer sein, das Familiengefüge neu zusammengelegt. Es gilt, in das Begehren einzutauchen, die Ängste abzuwaschen.
wann: Mittwoch, 19.08. um 20:00 Uhr
weitere Spielzeiten: Do. 27.08. bis Fr. 28.08., 19:45 | Sa. 29.08., 22:00 | So. 30.08. bis Mi. 02.09., 19:45
(englisch-spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln)
wo: Mal Seh’n Kino | Adlerflychtstraße 6 | 60318 Frankfurt am Main
(Programmvorschau unter Vorbehalt)
Tipp der Redaktion
Die sexuelle Provokation
Magnus Hirschfeld und die Geschlechter

Bereits vor mehr als einem Jahrhundert gab es Menschen, die ihr Geschlecht angleichen ließen und sich für ihre Rechte einsetzten – lange bevor der Begriff „Transgender“ allgemein bekannt wurde. Eine Schlüsselfigur dieser frühen Bewegung war der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, der sich für die rechtliche Anerkennung queerer Identitäten einsetzte.
Wer sich heute mit der Diskussion über Transgeschlechtlichkeit beschäftigt, könnte meinen, es handle sich um ein modernes Thema. Doch bereits vor mehr als einem Jahrhundert gab es Menschen, die ihr Geschlecht angleichen ließen und sich für ihre Rechte einsetzten – lange bevor der Begriff ʺTransgenderʺ allgemein bekannt wurde. Eine Schlüsselfigur dieser frühen Bewegung war der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld. Im Jahr 1919 rief er in Berlin das erste Institut für Sexualforschung ins Leben.
Wer war Magnus Hirschfeld?
Hirschfeld kämpfte für die rechtliche Anerkennung queerer Identitäten und war damit seiner Zeit weit voraus. Erst seit Ende 2024 erlaubt das deutsche Selbstbestimmungsgesetz, dass Menschen selbst über Vornamen und Geschlechtseintrag entscheiden. Doch das Gesetz entfacht eine hitzige Debatte: Wer definiert das Geschlecht?
Schon vor 100 Jahren stehen queere Menschen im Zentrum eines Kulturkampfs. Hirschfelds Einsatz für Vielfalt und Entkriminalisierung macht ihn selbst zur Zielscheibe. 1920 wird er nach einem Vortrag niedergeschlagen und für tot erklärt – er überlebt jedoch und arbeitet weiter, bis die Nationalsozialisten an Macht gewinnen. Sie plündern und verwüsten sein Institut, Hirschfeld flieht ins Exil. Es ist das Ende des liberalistischen Geistes der Weimarer Zeit und der Beginn grausamster Verfolgung queerer Menschen.
In der Dokumentation ʺDie sexuelle Provokation – Magnus Hirschfeld und die Geschlechterʺ ergründet der Regisseur Miguel Kaluza die Geschichte des Sexualpioniers und fragt: Warum provoziert Vielfalt bis heute? Droht ein neuer Backlash?
arte mediathek | bis 01.2029
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Bildernachweis: QueerFilmNacht und arte
(erstellt Januar 2023 / letztes Seitenlayout: 09.08.2025 / wird monatlich aktualisiert)

